· 

Leben ist das, was dir passiert, wenn du andere Pläne machst...

...dieses Zitat von John Lennon ist zur Zeit sehr aktuell, oder?

 

Für uns alle neu - plötzlich ausgebremst, Freiheiten beschnitten und irgendwie alles unsicher und niemand weiß, wann ein Ende in Sicht ist. Da fällt es schon irgendwie schwer, im Fluss des Lebens zu bleiben.

 

Was mir in der letzten Woche aufgefallen ist: ich habe das Gefühl, wir rennen noch viel mehr! Zumindest in meinem Umfeld arbeiten noch so gut wie alle, teilweise aus dem Homeoffice (Herausforderung 1). Wir bleiben weitestgehend zu Hause, nur mit denen, die mit uns in einem Haushalt leben (Herausforderung 2). Und wenn du bei Social Media unterwegs bist, wirst du gerade mit online-Angeboten überschüttet. Denn selbstverständlich musst du auch jetzt ganz besonders darauf achten, fit, schön und ausgeglichen zu bleiben (Herausforderung 3). 

 

Du ahnst es schon, dieser Blog wird etwas länger, denn ich möchte gerne die Herausforderungen anschauen und meine persönlichen Tipps dazu geben. Die sicher nicht für alle passen, aber vielleicht findest du einen Impuls für dich.

 

Herausforderung 1: Homeoffice

 

Ich arbeite schon immer gerne im Homeoffice - bis vor 2 Wochen allerdings nur ab und zu. Damit habe ich vor gut 20 Jahren begonnen als meine Tochter ein Baby war. Und so habe ich für mich einige Routinen entwickelt.

  1. Ein fester Arbeitsplatz. Der sich von den Plätzen unterscheidet, an denen ich sonst sitze. Damit für mich eine Trennung zwischen Arbeit und Wohnen klar bleibt ("Arbeit ist Arbeit und Schnaps ist Schnaps"). Ich habe keinen Schreibtisch zu Hause, sondern arbeite am Küchentisch. Aber eben nicht an meinem üblichen Platz.
  2. Ich stehe zur gleichen Zeit auf, bleibe bei meiner üblichen Morgenroutine, fahre nur halt nicht ins Büro, sondern "gehe hier ins Büro".
  3. Wenn ich zu Hause arbeite, ist für den anderen hier Lebenden klar, dass ich arbeite. Das war auch mit meiner Tochter immer so. Klare Zeiten für Arbeit und klare Zeiten für Nicht-Arbeit (wichtig!).
  4. Ich achte auf meine Pausen. Also richtige Pausen. Rechner zu und in Ruhe essen. Oder meinetwegen Wäsche aufhängen oder Spülmaschine ausräumen.
  5. Feierabend ist Feierabend. Ich fahre bewusst den Rechner herunter und lege ihn so zur Seite, dass ich ihn auch nicht mehr sehe. Und checke die E-Mails auch nicht auf dem Handy.

Was ich echt schwierig finde gerade, sind die ganzen Telefon- und Videokonferenzen. Ich liebe meinen Job als Personalerin, weil ich so viel mit Menschen zu tun habe. Aber sie nur virtuell zu sehen und trotzdem Schwingungen zu spüren, finde ich unglaublich anstrengend. Und dann soll ich noch am Feierabend online mit Freunden und Familie kommunizieren? (s. Herausforderung 3).

 

Voraussetzung für gesundes Arbeiten im Homeoffice ist ein vernünftiger Arbeitsplatz und eine technische Einrichtung, die funktioniert! Wenn du beides nicht hast, solltest du mit deinem Arbeitgeber eine andere Lösung finden. Und auch, wenn du für dich merkst, dass die psychische Belastung zu Hause zu groß wird oder du merkst, dass du nicht trennen kannst und das Gefühl hast, nur noch zu arbeiten, solltest du mit deinem Arbeitgeber eine andere Lösung finden. 

 

Herausforderung 2 - mit denen leben, mit denen du eben lebst.

 

Auch hier geht es mir richtig gut. Ich lebe in einer echt guten Partnerschaft und wir reden sowieso immer viel miteinander. Aber logisch rasseln auch wir zusammen. Was total kontraproduktiv ist. Unsere Strategien hier: auch mal für mehrere Stunden in unterschiedlichen Räumen sein. Auch mal das Fernsehprogramm tolerieren, was dich sonst die Augen verdrehen lässt. Lecker Kochen und gemeinsam essen - ohne mediale Störungen. Mit Genuss. Gestern haben wir nach 1, 2 Gläsern Wein Karaoke gesungen, das war lustig. Wir versuchen, den Fokus nicht auf das zu legen, was uns aneinander nervt, sondern auf das, was wirklich gut ist. Mir ist sehr bewusst, dass das nur in einer funktionierenden Partnerschaft geht. Für alle anderen: hol dir Hilfe! Telefonseelsorge, psychologische Beratung oder Gewaltnotruf gibt es, damit du es nutzen kannst, wenn es nötig ist, also tu es!

 

Ach, und weißt du was? Die Herausforderung Nr. 3 heben wir uns für einen weiteren Blog auf. Gibt es dann in den nächsten Tagen irgendwann. Denn ich mag mich an dem virtuellen "höher, schneller, weiter" gerade nicht beteiligen...

 

Ihr Lieben, bleibt zu Hause und habt euch lieb - auch dies hier wird vorübergehen...

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0